Feldpfütze bei Königswartha
Sumpfläufer, Feldpfütze bei Lauske
Sumpfläufer, Feldpfütze bei Lauske
Bruchwasserläufer, Feldpfütze bei Lauske
Kampfläufer, Feldpfütze bei Lauske, alle Fotos: W. Nachtigall
Mornellregenpfeifer, Mittelsachsen, Foto: H. Trapp

Gute Rastbedingungen...

02.09.2010. ... haben derzeit eine Vielzahl von Arten während des herbstlichen Durchzuges. Bedingt durch die z. T. heftigen Regenfälle in Teilen Sachsens, haben sich stellenweise größere Feuchtflächen und -stellen auf Äckern und Grünländern gebildet. 

So gibt es auch in der Umgebung von Neschwitz verschiedene derartige Stellen. Eine Attraktion war sicherlich ein diesjähriger Sumpfläufer (Limicola falcinellus), der an einer Feldpfütze bei Lauske vom 19. bis 23.08.2010 beobachtet werden konnte. Komplettiert wurde das Ganze durch Bruchwasserläufer, Kiebitze, Kampfläufer und Grünschenkel. Selbst Großmöwen, bis zu 700 Lachmöwen und eine diesjährige Schwarzkopfmöwe hielten sich an dieser Stelle auf.

Aktuell weisen mehrere Ackerflächen in der Umgebung von Entenschenke z. T. größere Feuchtstellen auf. So gelangen Beobachtungen von 2 Sichelstrandläufern, bis zu 25 Bruchwasserläufern, 7 Grünschenkeln, einem Rotschenkel und 3 Kampfläufern. Abgerundet wird das Bild von Möwen, Grau- und Silberreihern und bis zu 10 Seeadlern. Rundherum: Hier ist Leben und das Beobachten macht Freude!

Aus Mittelsachsen erreichten uns Nachrichten über durchziehende Mornellregenpfeifer (H. Trapp), aktuell sollen im Schraden beste Bedingungen für den Limikolendurchzug bestehen (P. Reuße, T. Schneider). Über Beobachtungen im Einzugsbereich der Fachgruppe Ornithologie Niesky können Sie sich unter Opens external link in new windowBeobachtungen Fachgruppe Niesky informieren. W. Nachtigall

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Adulter Wiedehopf auf Nisthöhle.
Acht junge Wiedehöpfe kurz vor dem Ausflug. Fotos: M. Zischewski

Wiedehopfsaison 2010

27.08.2010. Im Rahmen des Artenhilfsprojektes zum Wiedehopf, dass von der Vogelschutzwarte in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, dem Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland und der NABU-Ortsgruppe Wittichenau betreut wird konnten in diesem Jahr insgesamt 40-47 Paare erfasst werden. Die Spannenangabe ergibt sich dadurch, dass einzelne Paare außerhalb der angebotenen Nisthilfen brüteten und zwischen Erst- und Zweitbruten Brutpartner wechseln können. Witterungsbedingt gab es höhere Brutverluste als in den Vorjahren. Von insgesamt 63 begonnenen Bruten (Erst-, Ersatz- und Zweitgelege), die näher untersucht werden konnten, verliefen nur 36 (57%) erfolgreich. Trotzdem flogen aus den angebotenen Nisthilfen in diesem Jahr insgesamt 107 Jungvögel aus. M. Zischewski


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Aufruf zur Schwanenerfassung

Liebe Freunde der Avifaunistik!

Am 16./17. Januar 2010 steht - zeitgleich mit der internationalen Mittwinterzählung - eine weitere europaweite Erfassung der beiden gelbschnäbligen Schwanenarten an (in Deutschland zusätzlich auch Höckerschwan). Seit den 1980er Jahren - und seit den 1990er Jahren in fünfjährigem Turnus - finden die Synchronzählungen statt, um die Bestandsschätzungen der biogeographischen Populationen regelmäßig zu aktualisieren. Notwendig sind diese ergänzenden Zählungen, da sich Schwäne vielerorts während des Tages abseits der Gewässer in den Nahrungsgebieten auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aufhalten und somit ihre Bestände nur zu einem Teil über die Zählgebietskulisse der Wasservogelzählung, dem für Schwäne hierzulande wichtigsten Monitoringprogramm, erfasst werden.

Gute Abdeckung in Deutschland wichtig!

Bei der letzten Zählung im Januar 2005 wurden in Deutschland 27.158 Singschwäne gezählt, auf deren Basis ein Bestand von 29.000 Ind. geschätzt wurde. Im Vergleich zur Synchronzählung 1995 hatte sich der Bestand damit nahezu verdoppelt und den bis dato höchsten dokumentierten Wert erreicht. Nach teils noch vorläufigen Angaben aus anderen europäischen Ländern lag der Bestand der nordwesteuropäischen biogeographischen Population bei 90.000 Singschwänen. Auf Basis der zuletzt europaweit ausgewerteten Synchronzählung im Januar 1995 wurden 59.000 Ind. geschätzt. Der deutliche Bestandsanstieg in Deutschland fügt sich somit in die internationale Entwicklung ein.Von den Zwergschwänen wurden 3.390 Ind. erfasst, woraus eine Schätzung von 3.600 Individuen abgeleitet wurde. Im Vergleich zu 1995 hatte sich der Januarbestand damit etwa verdreifacht. Neben einer generellen Verlagerung der Winterquartiere nach Nordosten dürfte hierfür vor allem die sehr milde erste Hälfte des Winters verantwortlich gewesen sein, da die Gesamtpopulation der in Nordwesteuropa überwinternden Zwergschwäne seit Mitte der 1990er Jahre deutlich zurückgegangen ist. Auf Basis der Zählung im Januar 2005 wurde der Bestand auf nur noch 21.500 Ind. geschätzt. Es wird gemutmaßt, dass der Gesamtbestand mittlerweile weiter zurückgegangen sein könnte. Das verdeutlicht, wie wichtig die Zählung im Januar 2010 ist!Die höchsten Rastbestände beim Zwergschwan werden in Deutschland während des Frühjahrszuges erreicht. Im März 2005 rasteten mind. 11.000 Zwergschwäne in Deutschland. Die hiesigen Rastgebiete haben somit eine herausragende Bedeutung für die gesamte biogeographische Population! Deshalb findet am 13./14. März 2010 eine Erfassung aller Zwergschwan-Rastgebiete in Deutschland statt.Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse der Zählung im Winter 2004/05 erschien in Jahrgang 130, Heft 3 der Vogelwelt. Der Beitrag kann von der Internetseite des DDA unter www.dda-web.de/wvz => Publikationen heruntergeladen werden.

Bitte auch Höckerschwäne erfassen!

Eine flächendeckende Erfassung der beiden gelbschnäbligen Schwanenarten ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Da Höckerschwäne ebenfalls abseits von Stillgewässern rasten, sollen im Januar 2010 auch diese mitgezählt werden, um so die Schätzung des Mittwinterrastbestandes zu präzisieren und ein exakteres Bild ihrer Verbreitung zu erhalten.

Bitte Alter und Nahrungshabitate erfassen!

Im Januar 2005 wurden für 85 % der Sing- und 98 % der Zwergschwäne Angaben zum Alter übermittelt - Quoten, die in Europa ihresgleichen suchten! Mit 14,5 % (Singschwan) bzw. 12,7 % (Zwergschwan) wurden - im langjährigen Vergleich - unterdurchschnittliche Jungvogelanteile ermittelt.
Von den im Januar 2005 gezählten Singschwänen wurden 60 % einem Nahrungshabitat zugeordnet, bei den Zwergschwänen waren es sogar fast 86 %. Auch diese Anteile wurden nirgendwo sonst in Nordwesteuropa erreicht! Mit einem Anteil von 76 % dominierte bei den Singschwänen Raps, die Zwergschwäne hingegen ästen vorrangig auf Grünland (42,8 %). Es gibt Hinweise, dass sich die Habitatwahl seit der letzten Synchronzählung zumindest regional verändert hat. Wir hoffen deshalb, dass auch bei der bevorstehenden Zählung so viel Enthusiasmus bei der Datenerhebung herrscht wie im Januar 2005 und etwaige Veränderungen dokumentiert werden können!

Mitarbeiter gesucht!
Für ein solch ehrgeiziges Vorhaben werden viele Mitarbeiter benötigt. Über die Mitarbeiter an den Monitoringprogrammen (Wasservogelzählung, Monitoring Gänse und Schwäne, Rastvogelzählungen im Wattenmeer) alleine wird es nicht gelingen, alle Rastgebiete abzudecken. Vor allem in den nördlichen Bundesländern werden daher dringend zusätzliche Zähler gesucht. In einem kleinen Team lässt sich die Zählung hervorragend mit einer Beobachtungstour in eine vielleicht bislang unbekannte Gegend verbinden!


Bitte zählen Sie nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem der Koordinatoren, um Doppelerfassungen zu vermeiden!

Weitere Informationen, die zuständigen regionalen Ansprechpartner sowie Zählunterlagen finden Sie auf der DDA-Homepage unter http://www.dda-web.de/index.php5?cat=monitoring&subcat=schwaene&subsubcat=hintergrundInteressante Beobachtungen, vor allem aber zählfreundliches Winterwetter und kooperative Schwäne wünschen Ihnen

Axel Degen, Thomas Heinicke und Johannes Wahl

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Aufruf zur Abgabe von Beobachtungsdaten

Am Ende des Jahres 2009 trafen sich die Autoren der Berichte der "Ornithologischen Beobachtungen in Sachsen" zu einem aktuellen Arbeitstreffen. Dabei wurde beschlossen, die mittlerweile eingetretene Berichtslücke der Jahre 2007 und 2008 im nächsten Bericht zusammen abzuarbeiten.

Wir möchten Sie an dieser Stelle freundlich aufrufen, Ihre Beobachtungsdaten der Jahre 2007 und 2008 schnellstmöglich an eine der Sammelstellen (VSO, Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz, Autoren) einzusenden.

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Schwalbenmöwe. Foto: W. Nachtigall

Einflug nordischer Vogelarten

20.10.2009. Der Einflug von nordischen Gänsen fand in diesem Jahr relativ spät statt. Mittlerweile sind aber in mehreren Rastgebieten in Sachsen tausende Saat- und Bläßgänse eingetroffen.

Eine Attraktion war eine adulte Schwalbenmöwe (Larus sabini), welche sich in der vergangenen Woche für einige Tage im Teichgebiet Königswartha (Kreis Bautzen) aufhielt und dort von mehreren Ornithologen bewundert werden konnte. Wahrscheinlich hat die kalte Luftströmung aus dem Norden diesen sehr seltenen Gast ins Binnenland verschlagen. Die Beobachtung stellt den erst 3. Nachweis dieser Art in Sachsen dar.

Durch den frühen Kaltlufteinbruch sind auch einige weitere nordische Vogelarten jahreszeitlich relativ früh in Sachsen beobachtet worden. So wurden im Landkreis Görlitz 10 Prachttaucher an der Talsperre Quitzdorf sowie 5 Prachttaucher auf dem Bärwalder See gesehen. Auf dem letztgenannten Gewässer rasteten zudem 2 Eisenten-Männchen im Prachtkleid. J. Ulbricht


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Silberreiher. Foto: W. Nachtigall

Einflug der Silberreiher hat begonnen

13.08.2009. In den letzten Tagen sind in einige Gebiete Sachsens zunehmend Silberreiher eingeflogen. In den Wochen zuvor wurden hier und da nur einige wenige Übersommerer beobachtet. Derzeit halten sich zum Beispiel 36 Silbereiher an den Teichen bei Königswartha-Caminau (Kreis Bautzen) und 17 Silberreiher am Schloßteich bei Klitten (Kreis Görlitz) auf. Mit größeren Zahlen ist dann erst im Verlaufe des Herbstes – zur Zeit der Abfischung der Teiche - zu rechnen. J. Ulbricht


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Rotmilan mit Flügelmarke. Foto: W. Nachtigall

Durchzug im Gange

10.08.2009: Die Sammel- und Durchzugszeit unserer beiden Milanarten, Rotmilan und Schwarzmilan, beginnt nun. Während sich diese beim Rotmilan noch bis mindestens Ende September hinziehen wird, ist der Hauptdurchzug des Schwarzmilans Ende August abgeschlossen.
Heute hielten sich am Morgen bei Crostwitz (Lk. Bautzen) fünf adulte Rotmilane auf, von denen einer mit einer Flügelmarke markiert war. Diese trug auf weißem Untergrund die Beschriftung: SPA8. Der Vogel wurde von Frau Iris Cardiel Olmedo in Nordostspanien im Winterquartier gefangen und markiert. W. Nachtigall


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